Bronzeguss-01

Bronzeguss

Entstehung

Der Bronzeguss entstand ca. 5000 vor Chr. in Indien und entwickelte sich zur besten Methode um künstlerische Modelle wiederzugeben.
Seit tausenden von Jahren fertigen unsere Vorfahren Bronzegegenstände und Skulpturen mit dem Prinzip des verlorenen Wachses.
Die Technik ist im wesentlichen gleich geblieben.
Diese Tradition des Gießens wurde mündlich vom Vater an den Sohn weitergegeben.

Arbeitsablauf heute, vereinfacht dargestellt

Am Anfang steht eine, vom Künstler erstellte Skulptur aus Ton, Holz, Stein oder Gips.
Zunächst wird dieses Ursprungsmodell mit einer Schicht Silikon umgeben und anschließend mit einem mehrteiligen Gipsmantel umhüllt.
So entsteht eine Silikon-Negativform der Skulptur, welche die Grundlage für die Herstellung einer Auflage darstellt.
Der Gipsmantel dient hierbei zur Stabilisierung der weichen und beweglichen Silikonmasse.
Über diese Silikon-Negativform wird das Modell dann in Wachs gegossen. Für jede Bronze ist ein Wachsguss notwendig.
Hierbei muss sehr genau gearbeitet werden, denn die Oberfläche des Wachsmodells entspricht später in allen Details der fertigen Bronzeskulptur.
Jetzt kann das Wachspositiv mit all seinen angesetzten Gießkanälen und Entlüftungsröhren vorsichtig mit einer widerstandsfähigen, feuerfesten, aber gleichzeitig ausreichend elastischen, keramischen Masse ummantelt werden.

Die so entstandene gut getrocknete Negativform wird im Ofen gebrannt, wobei gleichzeitig das Wachs ausschmilzt (verlorene Wachsform).
Die flüssige, rotglühende Bronze wird dann bei ca. 1000-1200 Grad Celsius in den Hohlkörper gegossen. Die Luft entweicht dabei durch die Lüftungskanäle.
Nach dem Erkalten der Bronze wird diese von dem sie umgebenden Schamottemantel mittels Schlägen befreit. Gießkanäle werden abgesägt.
Die so gewonnene Bronzeplastik muss nun noch endbehandelt werden.

Beim sogenannten Ziselieren bekommt die Skulptur ihren letzten Feinschliff.
Spuren, die vom Gussprozess herrühren, die Gussgrate oder kleinere Fehler werden in aufwendiger Handarbeit vorsichtig entfernt. Keinesfalls darf hierbei die Oberfäche des Objektes beschädigt werden, damit der Duktus des Modellierens nicht gestört wird.

Durch das abschließende Patinieren, eine Behandlung in mehreren Arbeitsgängen, bei welchen verschiedene chemische Substanzen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen aufgetragen werden, erhält die Bronzeskulptur ihre typische Farbgebung.
Eine breite Palette von Farbschattierungen kann durch eine Patinierung der Bronzeskulptur erzielt werden: Silber, gold, hellbraun bis dunkelbraun, blau, grau, grün und schwarz.